29.08.2025

In Uganda übernehmen viele Väter keine Verantwortung für ihre Familien. Armut, Arbeitslosigkeit und fehlende Bildung sind häufige Ursachen. Männer ziehen oft in die Städte, um Arbeit zu suchen, und lassen ihre Familien zurück. Krankheiten wie AIDS verstärken das Problem.
Ein Beispiel ist Tongolo, ein Dorf am Viktoriasee, wo viele vom Fischfang lebten. Durch staatliche Einschränkungen verloren die Bewohner ihre Einkommensquelle und verarmten. Männer ohne Arbeit entziehen sich oft der Verantwortung, sodass Frauen allein für Nahrung, Bildung und Gesundheit der Kinder aufkommen müssen.

Deshalb bestehen die meisten Haushalte aus alleinerziehenden Müttern, Waisenkindern oder Kindern, die bei Großmüttern leben. Manche Väter sind verstorben, andere alkoholabhängig oder haben ihre Familien verlassen. Ihre Abwesenheit führt zu emotionaler und finanzieller Unsicherheit der Kinder, während alleinerziehende Mütter ums Überleben kämpfen. Sie arbeiten als Tagelöhnerinnen, verdienen aber oft nicht genug. Die Doppelbelastung verursacht enormen Stress und gesundheitliche Probleme. Bildung wird vernachlässigt, was den Kreislauf der Armut verstärkt.

Doch auch traditionelle Überzeugungen verschärfen das Problem: Für viele Männer gilt eine große Kinderschar als Statussymbol, während Frauen hoffen, dadurch in der Familie ihres Mannes abgesichert zu sein. Zahlreiche muslimische Männer haben mehrere Ehefrauen, doch die Verantwortung bleibt an den Frauen hängen.
Fehlender Landbesitz verschlimmert die Lage zusätzlich. Viele Frauen leben in kleinen Mietunterkünften ohne Möglichkeit, Lebensmittel anzubauen und somit müssen ihre Familien mit einer einzigen Mahlzeit am Tag auskommen.

Kinder ohne Väter sind besonders gefährdet. Sie leiden oft unter Traumata und einzelne entwickeln problematische Verhaltensweisen wie Drogenmissbrauch oder Kriminalität. Ohne gezielte Unterstützung wird sich der Kreislauf der Armut weiter fortsetzen.

Antwort von NELIA Children Ministry
Unsere Mitarbeitenden engagieren sich für bedürftige Kinder und Familien in Tongolo. Wir übernehmen Schulgebühren, stellen Schulmaterialien bereit und decken medizinische Kosten. Die Bildungsförderung reicht von der Grundschule bis zur beruflichen Ausbildung.
- In unserem Kinderheim für Waisen und Kinder, deren Eltern nicht für sie sorgen können, erhalten sie Bildung, medizinische Versorgung, Kleidung und Nahrung.
- Zusätzlich unterstützen wir bedürftige Familien mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe, insbesondere alleinerziehende Mütter und Großmütter ohne Einkommen. In einigen Fällen konnten wir Häuser renovieren oder Kleinstunternehmen fördern, etwa durch Hühnerzucht.
- Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beratung: Kinder werden ermutigt, sich auf die Schule zu konzentrieren, Frauen zu Familienplanung und Kindererziehung beraten, Männer zur Verantwortung für ihre Familien angehalten.
- Die abnehmende väterliche Verantwortung in Uganda ist eine große Herausforderung. Als Hilfswerk NELIA tragen wird dazu bei, Bildung, Gesundheit und familiären Zusammenhalt zu stärken – und langfristig den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Und wir vermitteln den Kindern die hoffnungsvolle Botschaft, dass sie einen himmlischen Vater haben, der immer für sie da ist.
Peace Nassali, NELIA-Sozialarbeiterin, Uganda








































































































































