06.12.2023
«Eine Ungerechtigkeit irgendwo auf der Welt bedroht die Gerechtigkeit überall auf der Welt. Wir sind alle gefangen in einem Netz der Gegenseitigkeit und miteinander verwoben zu einem einzigen Gewand des Schicksals. Was einen direkt betrifft, wird alle anderen indirekt auch betreffen.»
Martin Luther King

Die Ungerechtigkeit in der Welt zeigt sich heute in vielen Formen. Zwangsarbeit, Kindersklaverei und Menschenhandel nehmen weltweit zu und es gibt Millionen Opfer. Mitarbeiter von unserem Projektpartner in Nordindien setzen sich zusammen mit einer internationalen christlichen Menschenrechtsorganisation für die Opfer von Menschenhandel und Zwangsarbeit ein. Sie führen Schulungen und Rettungsaktionen durch mit dem Ziel, Menschen, die unter modernen Formen der Sklaverei leiden, ihre Würde und Freiheit wieder zurückzugeben.

Jährlich werden so etwa zweitausend Opfer aus Ziegelbrennereien und Menschenhandel gerettet. Nach ihrer Rettung müssen vor allem die Kinder einen Einstieg ihn ihr neues Leben finden. Unser Projektpartner nahm kürzlich zehn Kinder von Zwangsarbeitern im Heim «Anand Home» (glückliches Zuhause) auf. Auch Ank (Name geändert) hat dort einen sicheren Ort zum Leben gefunden. Ein Ort, an dem er eine gute Ausbildung, saubere Kleidung und Essen erhält.
Das Prinzip der Schuldknechtschaft ist unter den Ärmsten dieser Welt gut bekannt – so auch in Indien. Weil das Geld für Nahrung, Medikamente oder Mitgift fehlt, nehmen mittellose Menschen in einer Dorfgemeinschaft oft «Kredite» auf bei wohlhabenden Grundbesitzern. Die Zinssätze sind enorm hoch (100-200%) und die mittellosen Schuldner haben keine Chance auf Rückzahlung. Für die Rückzahlung bleibt keine andere Möglichkeit, als einen neuen Kredit auszuhandeln, um den alten abzuzahlen. Auf diese Weise geraten sie immer tiefer in die Schuldenfalle und stellen schliesslich ihre Arbeitskraft zur Verfügung, um die Schulden abzuzahlen. Weil der ausbezahlte Lohn aber so niedrig ist und oft nur aus einer «Miete» und einem Sack Reis besteht, ist eine Abzahlung unmöglich und die Familie ist gefangen in diesem ungerechten Strudel von Schulden und Armut. Der Kreislauf setzt sich auch in der nächsten Generation fort und versklavt Familien über Generationen.
Unser Projektpartner hat kürzlich 312 Personen aus einem Dorf im Landesinneren von Bihar aus einer Schuldknechtschaft befreit. Die Kinder waren nie zur Schule gegangen und die Familien hatten das Dorf aus Angst vor ihren Grundbesitzern nie verlassen. Solche Rettungen werden immer zusammen mit Menschenrechtsorganisationen und der örtlichen Polizei geplant und durchgeführt. Jedes Jahr erhalten viele Menschen auf diese Weise ein neues Leben. Sie werden aus den Fängen der Ungerechtigkeit befreit - sind aber gleichzeitig auch auf Hilfe angewiesen, um ihr neues Leben beginnen zu können.

Unser Projektpartner plant in Zukunft weitere Heime für Kinder und Beratungen in Erziehungsfragen für die Eltern. Die Nachfrage ist gross und bereits heute gäbe es genügend Anfragen, sodass weitere Heime eröffnet werden könnten.







































































































































