09.03.2023

Bartimäusprojekt – was willst du, dass ich für dich tun soll?
- zu den Wurzeln des Namens -
Der Name des Projektes geht auf eine Begebenheit zurück, die in den Evangelien beschrieben wird: Jesus kommt nach Jericho, wo der blinde Bettler Bartimäus um Hilfe schreit. Die Menschen fahren ihn harsch an und befehlen ihm zu schweigen. Niemand will ihm helfen, doch Jesus hört Bartimäus und bittet ihn zu sich. Er fragt ihn, was er für ihn tun soll. Bartimäus bittet ihn um Heilung für seine blinden Augen. Jesus heilt ihn und Bartimäus kann wieder sehen. (Markus 10,46-52)
Jesus erhörte denjenigen, der von niemandem gehört werden wollte. Ihm war der Bettler wichtig, der von der Gesellschaft als unwichtig, sogar als störend empfunden wurde. Mit dem Bartimäusprojekt möchten wir dem Beispiel von Jesus folgen.
Einer unserer Projektleiter in Kolkata schreibt folgendes:
Es schmerzt mich, wenn ich sehe, wie Menschen betteln müssen, weil sie ihr Augenlicht durch eine Krankheit verloren haben, die eigentlich behandelbar wäre. Für die Bettler spielt es keine Rolle, ob die Krankheit heilbar ist oder nicht, weil ihnen niemand hilft. Wenn ich solchen Leuten begegne, gehe ich auf sie zu und rede mit ihnen. Sie erzählen mir ihre traurigen Geschichten und oft erzählen sie mir unter Tränen von ihrem sehnlichen Wunsch, wieder sehen zu können. Das Augenlicht ist für sie gleichbedeutend mit einem guten, normalen Leben. Durch das Bartimäusprojekt ist Hilfe in vielen Fällen möglich.

In der Vergangenheit konnten wir immer wieder medizinische Hilfe vermitteln und den Erblindeten einen Untersuchungstermin und eine Behandlung ermöglichen. Kürzlich konnten an einem einzigen Tag zwölf Operationen bei Bettlern durchgeführt werden. Zwei möchte ich euch vorstellen:
Desna ist 55-jährig. Sie ist Bettlerin. Der graue Star an beiden Augen liess sie völlig erblinden. Ihr Leben war aufgrund der Blindheit eine grosse Herausforderung. Ich brachte sie in die Augenklinik, wo ein Arzt den grauen Star diagnostizierte. Er schlug ihr einen operativen Eingriff der trüben Linsen vor. Die neu eingesetzten Linsen würden ihr das Augenlicht wieder zurückgeben. Daraufhin wurde ein Auge im letzten August operiert. Die zweite Operation folgte im Februar 2023. Desna ist so glücklich, dass sie nun wieder sehen kann. Sie ist Gott sehr dankbar, den sie als ihren persönlichen Herrn und Retter kennengelernt hat.

Priya, ebenfalls Bettlerin, ist fünfzig Jahre alt. Ihr rechtes Auge war komplett blind, und sie war in schlechtem Gesundheitszustand, als ich sie kennen lernte. Durch eine Operation und die erhaltene Pflege geht es ihr heute wieder gut. Sie ist und glücklich und Gott sehr dankbar und schaut hoffnungsvoll in die Zukunft. Durch den Kontakt mit dem Projekt hat sie nicht nur gesundheitlich eine neue Perspektive erhalten. Sie hat Jesus kennengelernt. Sie liess sich taufen und kommt nun regelmässig in unsere Bettlergottesdienste. Vielen Dank, wenn ihr für sie betet.
Diese Operationen sind keine Wunderheilungen, wie in der Geschichte des blinden Bartimäus – und trotzdem geschah ein Wunder für diese Menschen. Gott ruft immer wieder Menschen zu sich. Bettler ohne Perspektive lernen Jesus kennen, sie haben Hoffnung für ihr Leben und darüber hinaus.







































































































































